Wer seinen Dachboden nicht nur auf einen staubigen Abstellraum reduzieren will, kann daraus mit etwas Kreativität einen vielseitigen Hobbyraum machen. Welche Optionen es für die Dachbodengestaltung gibt, erfahren Sie hier.Darf der Dachboden als Hobbyraum genutzt werden?Zunächst sollten Sie wissen, dass Dachboden nicht gleich Dachboden ist. Unterschieden wird zwischen Spitzböden und Dachböden. Die vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) definierte Norm SIA 261 zu Einwirkungen auf Tragwerke unterscheidet Dach und Estrichräume nicht nach ihrer Höhe, sondern nach ihrer tatsächlichen Nutzung (Lastkategorien A–I), eine Raumhöhen Grenze existiert hier nicht. Dachböden ab einer Raumhöhe von 2,30 Metern dürfen grundsätzlich als dauerhafte Wohneinheit genutzt werden. Spitzböden als Wohnraum sind wiederum nur erlaubt, wenn sie nicht dauerhaft genutzt werden. Ein Ausbau von Spitzböden ist somit nur für gelegentliche Wohnzwecke gestattet. Eine rechtliche Vorabprüfung ist zu empfehlen! Dach- und Spitzböden als Wohnräume sind in der Schweiz nur zulässig, wenn sie eine lichte Raumhöhe von etwa 2.30–2.40 m (über mind. 8–10 m² Bodenfläche) aufweisen - dies kann je nach Kanton variieren. Für einen Ausbau von Spitzböden sind neben der Raumhöhe die prozentuale Belichtung im Verhältnis zur Bodenfläche und die Ausnützungsziffer entscheidende Faktoren. Oft ist die Ausnützungsziffer der Grund, warum eine Baubewilligung nicht genehmigt wird. Die Ausnützungsziffer gibt vor, wie viel Quadratmeter Wohn- oder Nutzfläche auf einem Grundstück maximal gebaut werden dürfen. Beim Dachboden als Hobbyraum können Eigentümer ihrer Fantasie freien Lauf lassen, sofern sie keine baulichen Massnahmen oder eine Umnutzung vornehmen. Ansonsten greift die gesetzliche Baubewilligungspflicht. Informieren Sie sich auch hier im Zweifel bei Ihrem Bauamt! Bei jedem Hausausbau stellt sich die Frage: Ist dafür eine Genehmigung nötig? Da der Dachausbau als Nutzungsänderung gilt und neue Wohnfläche geschaffen wird, kann je nach Kanton eine Baugenehmigung erforderlich sein. Auf zwei Faktoren kommt es besonders an: Umfang des Ausbaus Vorgaben der Landesbauordnung der der Kantone Darüber hinaus gibt es Bestimmungen zur Geschossflächenanzahl, zu Brandschutzauflagen und zur Wärmedämmung gemäss Gebäudeenergiegesetz. So ist beim Brandschutz im Dachgeschoss auf ausreichende Rettungswege zu achten, wenn der Dachboden auch als Wohnraum dient. Um sicher zu sein, sollten Sie beim zuständigen Bauamt nachfragen. So vermeiden Sie sowohl geplatzte Träume vom Hobbyraum als auch empfindliche Strafen.Dachausbau beim Hausbau einplanenWenn sich Ihr Haus noch in der Planung befindet, sind Sie im Vorteil. Während bei Bestandsimmobilien der Zustand des Dachbodens entscheidet, ob ein Ausbau möglich ist, können Sie in der Planungsphase bestimmen, wie Sie einen Dachboden nutzen wollen. In vorgeschriebener Höhe und gemäss Gebäudeenergiegesetz angelegt, lassen sich Dachböden auch nachträglich unkompliziert ausbauen und mit einer Treppe zum Dachgeschoss ausstatten. Sei es eine Einliegerwohnung, ein Spiel- und Aufenthaltsraum, ein Dachgeschoss-Studio, ein Atelier oder eine Sauna – kalkulieren Sie die Dachbodennutzung mit ein, um hinsichtlich Statik, Dämmung, Dachfenstern und Wohnfläche optimale Gegebenheiten für einen Ausbau zu schaffen.An Dämmung, Belüftung und Tageslicht denkenWer Dachböden nutzen oder bewohnen möchte, muss an vorschriftsmässige Dämmung und Belüftung denken. In genutzten Räumen bildet sich erhöhte Luftfeuchtigkeit, insbesondere bei installierten Sanitäranlagen oder Heizelementen. Achten Sie auf vorschriftsmässige Innen- und Aussendämmung beim Dachausbau. Nachträglich integrierte Dachfenster verschönern wiederum die Wohnatmosphäre und fördern die Durchlüftung. Mit Dachfenster-Aussenrollläden oder Hitzeschutz-Markisetten regulieren Sie nicht nur das Tageslicht im Hobbyraum unterm Dach, sondern beeinflussen auch die nicht zu unterschätzende Hitzeentwicklung im Sommer.Aus Dachboden wird Hobbyraum: 6 Lieblingsideen für die Nutzung1. Atelier im DachgeschossFrüher war es Realität, heute ein Klischee: Künstler, die in günstigen Dachgeschosswohnungen leben. Jedes Klischee enthält jedoch ein Stück Wahrheit: Warum also nicht Künstler-Atelier umbauen und als Galerie, Proberaum oder Schreibkammer nutzen?2. Modelleisenbahn auf dem DachbodenWer leidenschaftlich Modelleisenbahnen sammelt, braucht viel Raum für dazugehörige Landschaften, Technik und Bausätze. Ein ausgebauter Dachboden bietet mehr als genug Fläche für Ihren persönlichen Modelleisenbahnhof.3. Sauna auf dem DachbodenVielleicht denken Sie: Sauna auf dem Dachboden habe ich jeden Sommer. Wer jedoch Zeit und Geld investiert, kann den Dachboden in ein privates Spa samt Sauna umbauen und wird es im Winter nicht missen wollen.4. Nähzimmer im DachbodenWer leidenschaftlich näht, weiss, dass Nähen viel Platz verlangt. Mit einem Nähzimmer auf dem Dachboden haben Sie nicht nur genug Raum für Nähmaschine und Materialien, sondern auch ausreichend Platz für einen grossen Tisch zum Zuschneiden der Stoffe.5. Fitnessraum auf dem DachbodenSie gehen ungern ins Fitnessstudio oder möchten beim Training unabhängig sein? Dann richten Sie sich Ihren Fitnessraum auf dem Dachboden ein und schaffen Sie sich Ihr persönliches Studio für Krafttraining, Fitness oder Yoga.6. Dachgeschoss-StudioSie träumen von einem Rückzugsort unter dem Dach – grosszügig, luftig, mit charmanten alten Balken? Ein offen gestaltetes Dachstudio über den Dächern der Stadt bietet Ihnen genau das.