Fenster schaffen Wohnkomfort und Lebensqualität. Sie sorgen für angenehme Beleuchtung und Belüftung und optimieren das Raumklima. Gleichzeitig bilden sie jedoch einen Schwachpunkt im Haus, denn ohne energieeffiziente Massnahmen kann ein grosser Anteil der Heizenergie durch undichte Fenster verloren gehen. Mit einem Fenstertausch oder gezielter Nachrüstung senken Sie Ihre Heizkosten und schonen dabei die Umwelt. Fenster beeinflussen Energie- und HeizkostenWenn es zieht, Räume kühl bleiben oder Schimmel entsteht, können alte Fenster dafür verantwortlich sein. Ob fehlende Isolierung oder Risse im Fensterrahmen – undichte Fenster treiben die Energiekosten in die Höhe. In unsanierten Häusern geht daher ein hoher Anteil der Energie über Fensterfläche, Dichtung und Rahmen verloren. Das macht sich nicht nur bei den Heizkosten bemerkbar, sondern schadet langfristig auch der Umwelt. Einer vom Verband Fenster und Fassade (VFF) und Bundesverband Flachglas (BF) veröffentlichten Studie zufolge waren 235 Millionen deutsche Fenstereinheiten im Jahr 2021 sanierungsbedürftig. Dazu zählen alte Fenstertypen mit einfacher Verglasung, Verbund-/Kastenfenster sowie Fenster mit unbeschichtetem Isolierglas. Laut einer Studie der Empa Forschungsabteilung ist gleiches auf den Schweizer Raum übertragbar: Allein durch die Sanierung von Dächern und den Austausch ineffizienter Fenstertypen liessen sich in der Schweiz 20 bis 30 Prozent des Bedarfes an Kühl- und Heizenergie einsparen. Wärmeverlust durch Fenster berechnenDer Wärmeverlust durch Fenster lässt sich mit dem U-Wert berechnen. Der U-Wert steht für den Wärmedurchgangskoeffizienten und zeigt in der Einheit W/(m²K) den Wärmeschutz von Hausbestandteilen an. Je niedriger der U-Wert, desto niedriger der Wärmeverlust. Zur optimalen Energieersparnis sollten Ihre Fenster höchstens einen U-Wert von 1,3 W/(m²K) aufweisen. Für neue Dachfenster gelten höchstens 1,4 W/(m²K). Standardmässig kommen in der Schweiz bei neuen Fenstern Zwei- und Dreifachverglasungen mit U-Werten ab 1,3 W/(m²K) oder niedriger zum Einsatz. Achten Sie daher beim Kauf neuer Fenster auf einen niedrigen U-Wert.Diverse Studien weisen darauf hin, dass der Austausch alter Fenster durch Fenster mit Wärmeschutzverglasung schon bei Einfamilienhäusern mehrere Hundert Franken im Jahr einspart. Wie viel sich mit neuen Fenstern konkret sparen lässt, soll anhand dieses Beispiels deutlich werden: Altes Fenster mit Einfachglas, U-Wert 5,8 W/(m²K): 62 Liter jährlicher Mehrverbrauch an Heizöl. Bei einem Ölpreis von CHF 1,08 pro Liter (Juni 2024) sind das rund 67 CHF pro Fenster. Neues Fenster mit Dreifachverglasung, U-Wert 0,7 W/(m²K): 8,5 Liter jährlicher Mehrverbrauch an Heizöl. Rund CHF 10 pro Fenster. * * Beispielrechnung auf Grundlage der Definition des U-Wertes als Energieverlust pro Quadratmeter Fensteroberfläche und pro Grad Differenz zwischen Innen- und Aussentemperatur. Mit neuen Fenstern Energie sparen: 7 TippsTipp 1: Alte oder undichte Fenster austauschenEin Fenstertausch empfiehlt sich grundsätzlich bei Fenstern mit Baujahr 1995 oder älter. Diese entsprechen nicht heutigen Energieeffizienzstandards und führen zu hohem Energieverlust. Hinweise auf das Alter von Fenster und Rahmen sind hohe Heizkosten, Zugluft, Kondenswasser, Schimmelbildung und kühle Räume trotz Heizung.Tipp 2: Mehr TageslichtDie Haushaltsbeleuchtung macht rund 10 Prozent der Energiekosten aus. Durch den Einbau grösserer Fenster oder einen Dachausbau mit Fenstern lässt sich kostenloses Tageslicht nutzen. Moderne Dachfenster kombinieren energieeffiziente Verglasung, Dachfenster-Wärmedämmung, Wohnkomfort und natürliches Licht.Tipp 3: Raumklima optimieren, Bausubstanz schützenAuch bei neuen Fenstern kommt es auf richtiges Lüften für ein gesundes Raumklima an. Durch falsches Lüften sammelt sich Feuchtigkeit, die durch Schimmelbildung die Bausubstanz beschädigt und die Energieeffizienz beeinträchtigt. Hilfreich sind regelmässiges Stosslüften für fünf Minuten statt ständig gekippter Fenster. Auch smarte Fenster bieten sich an.Tipp 4: Wärmeverlust durch Sonnenschutzmassnahmen vorbeugenNicht nur Verglasung, Beschichtung und Wärmedämmung, auch Sonnschutzmassnahmen wie aussen angebrachte Rollläden oder Markisetten reduzieren Wärmeverlust im Winter und beugen einer zu starken Hitzeentwicklung im Sommer vor. Tipp 5: Homeoffice optimal heizen und belüftenWenn die Wohnung das Büro ist, kommt es auf effizientes Heizen und Lüften an. Hier bieten sich moderne Dachfenster fürs Homeoffice für mehr Tageslicht und Sonnenschutzlösungen für Wärmeschutz an. Unternehmen können derweil mit geringeren Raumtemperaturen der Büros ihre Heizkosten senken – und zur Reduktion des gesamtgesellschaftlichen Energieverbrauchs beitragen.Tipp 6: Aktuelle Wohnbedingungen prüfen und optimierenVorhandene Wohnbedingungen optimieren Sie durch kleine Änderungen. Dazu zählt ein innenliegender Sonnenschutz wie ein isolierendes Energierollo für Dachfenster oder das Abdichten älterer Fenster mit Abdichtungsband. Noch effizienter ist die automatisierte Steuerung von Raumtemperatur und Rollläden je nach Sonnenstand, Temperatur und Uhrzeit. Hierfür empfiehlt sich das Smart-Home-System VELUX ACTIVE in Verbindung mit richtigem Lüften. Tipp 7: Energieberater und FördermöglichkeitenOb für den Einbau neuer Fenster oder für energetische Sanierung – eine Energieberatung hilft beim umfassenden Sanierungskonzept. Dazu zählen die Dachsanierung, der Umstieg auf Mehrfachverglasung, der Einbau von Dachfenstern sowie smarte Raumluft-, Lichtoptimierungs- und Lüftungssysteme. So optimieren Sie Energieeffizienz und Immobilienwert zugleich.