Tageslicht fördert die Gesundheit, indem es die körpereigene Vitamin D-Produktion anregt. Das stärkt Knochen, Abwehrkräfte und das allgemeine Wohlbefinden. Erfahren Sie, wie Vitamin D im Körper wirkt und was mit unserem Körper bei Lichtmangel geschieht.Tageslicht, Vitamin D und HormoneTageslicht stärkt unsere neurobiologische und psychologische Balance und Gesundheit. Zwei Hormone und ein Vitamin sind massgeblich dafür verantwortlich: Licht fördert die Bildung des Glückshormons Serotonin. Serotonin beeinflusst die Blutgerinnung, den Magen-Darm-Haushalt und das Zentralnervensystem. Das Schlafhormon Melatonin wiederum senkt den Energieverbrauch und versetzt den Körper in den Schlafmodus. Da Tageslicht die Melatonin-Bildung hemmt, wird so gleichzeitig unser Schlafrhythmus reguliert. UV-Licht regt zudem die Produktion des Prohormons Vitamin D im Körper an. Aus UVB-Strahlung bildet der Körper das Provitamin D3, das in Leber und Nieren zu Vitamin D wird. Vitamin D fördert den Knochenstoffwechsel sowie ein starkes Immunsystem und ist eng mit der Produktion von Serotonin verbunden. Die richtige Dosis TageslichtDie Wirkung von Licht hängt massgeblich davon ab, wie viel Zeit wir im Freien verbringen und wie wir unsere Haut schützen. Zu viel Sonnenlicht erhöht dabei das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ein Vitamin-D-Mangel hingegen kann zu Muskel- und Knochenschmerzen führen. Die Dosis ist also entscheidend: Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention empfehlen, pro Tag 15 bis 20 Minuten Sonnenlicht zu tanken und so die Vitamin-D-Reserven aufzufüllen.Der kausale Zusammenhang von Lichtmangel und einem Vitamin-D-Defizit ist im Einzelfall schwer nachzuweisen. Folgende Symptome können allerdings auf Lichtdefizite hinweisen: Infektanfälligkeit Müdigkeit und Antriebslosigkeit Niedergeschlagenheit Konzentrationsschwäche Verspannung, Muskelschwäche, Knochenschmerzen Gestörter Schlafrhythmus Depressionen Myopathie (Erkrankungen von Muskeln) Rachitis (Knochenerkrankung bei Kindern und Jugendlichen) Bei Sonnenbädern oder Ausflügen im Hochsommer wird zur Verwendung von Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor geraten. Laut Robert-Koch-Institut können sie jedoch die Aufnahme von UVB-Strahlung um rund 95 Prozent reduzieren, was auch Auswirkungen auf die Vitamin-D-Produktion hat. Die eingecremte Haut stellt also weniger Vitamin D her als beim Sonnenbaden ohne Sonnencreme – in welchem Umfang, ist jedoch nicht eindeutig erforscht und von vielen Faktoren abhängig.Tipps für mehr Vitamin D und LichtLichtmangelerscheinungen werden nicht nur in Deutschland zum Krankheitsfaktor. Lange Arbeitszeiten in Innenräumen, kaum Betätigung im Freien und Bewegungsmangel – all das sind Probleme, mit denen viele Menschen weltweit zu kämpfen haben, insbesondere auf der Nordhalbkugel. Kleine alltägliche Verhaltensänderungen und praktische Tipps für Zuhause können Lichtmangel vorbeugen und Vitamin D-Reserven auffüllen.Tipp 1: Regelmässige SpaziergängeMachen Sie zwei- bis dreimal wöchentlich kurze Spaziergänge. Für ausreichend UVB-Strahlung und Versorgung mit Vitamin D genügt es, Hände und Gesicht je nach Hauttyp rund eine Viertelstunde der Sonne auszusetzen. Denken Sie jedoch im Sommer bei praller Sonne an die Sonnenbrandgefahr!Tipp 2: DachfensterLassen Sie Licht ins Haus! Mit Dachfenstern nutzen sie lichtdurchflutete Wohn- und Arbeitsräume und fördern mit indirektem Tageslicht Ihre Gesundheit.Schliesslich könne durch grosse Fensterflächen mehr Licht in den Raum gelangen. "Je grösser das Fenster, desto grösser die Lichtausbeute, desto grösser das Wohlbefinden", ergänzt Miriam Medri. Geniessen Sie die frische Luft und die Sonnenstrahlen am weit geöffneten Klappflügelfenster für Ihre tägliche Dosis Vitamin D. Mit einem Dachaustritt oder einer zusätzlichen Dachterrasse lösen Sie das Lichtproblem mit einem Schritt ins Freie und geniessen gleichzeitig die Aussicht. Tageslicht durch die Scheibe fördert zwar keine Vitamin D-Bildung, ist aber auch äusserst förderlich für Gesundheit, Konzentration und das Funktionieren der Inneren Uhr.Tipp 3: Ausgeglichene ErnährungVitamin-D-Mangel durch zu wenig Sonnenlicht lässt sich in dunklen Wintermonaten mit ausgeglichener Ernährung vorbeugen. Reich an Vitamin D sind fettreiche Fische wie Hering, Makrele und Lachs, aber auch Avocados, Champignons und Eier.Tipp 4: TageslichtlampenBei schweren Lichtmangelerscheinungen wie Winterdepressionen wird Tageslicht sogar als Therapie eingesetzt. Einfaches Mittel für Menschen, die viel Zeit in Innenräumen verbringen, sind Tageslichtlampen, die die Serotonin-Ausschüttung fördern und die Melatonin-Bildung hemmen.Tipp 5: NahrungsergänzungsmittelGegen starke Lichtmangelerscheinungen können auch Nahrungsergänzungsmittel helfen. Da mit dem Alter die Fähigkeit der Haut zur Bildung von Vitamin D nachlässt, können Vitamin-D-Präparate notwendig sein. Auch für Menschen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind oder unter chronischen Erkrankungen leiden, kann die Einnahme solcher Nahrungsergänzungsmittel angeraten sein. Das Robert-Koch-Institut warnt jedoch vor einer übermässig hohen Einnahme von Vitamin D. Sprechen Sie daher vorab mit Ihrem Arzt.