Der moderne Dachaufbau wird heutzutage, insbesondere bei Flachdachhäusern, häufig als Warmdach konzipiert. Im Unterschied zum Kaltdach ist diese Dachkonstruktion unbelüftet, das heisst es existiert kein Hohlraum zwischen Wärmedämmung und Unterdach. Wir erläutern Ihnen, welche weiteren Merkmale das Warmdach kennzeichnen, wie es aufgebaut ist und welche Vor- und Nachteile für Sie beim Warmdach entstehen.So funktioniert das WarmdachDer Dachaufbau als Warmdach ist sowohl bei Flachdächern als auch bei Steildächern möglich. Die im Vergleich zum Kaltdach fehlende Belüftungsschicht wird bautechnisch kompensiert: Während beim Kaltdach die Belüftung für den Abtransport von Feuchtigkeit sorgt, übernehmen beim Warmdach moderne Materialien und Baukomponenten diesen Feuchtigkeitsausgleich. Aufgrund ihrer kompakten und belastbaren Bauweise sind Warmdächer ideal geeignet, um begehbare und sogar begrünbare Flachdächer zu bauen.Aufbau des WarmdachsUm Feuchtigkeit abzutransportieren und eine optimale Wärmedämmung zu bieten, ist das unbelüftete Warmdach in verschiedene Zonen und Bereiche untergliedert. Die Architektur des Warmdachs von aussen nach innen: Randprofil und Randkeil, bei Flachdächern ist zusätzlich eine Kiesschüttung oder Dachbegrünung als äusserste Schicht möglich. Abdichtung, um das Eindringen von Feuchtigkeit in die Dachhaut zu verhindern. So beugen Sie Schimmel umfassend vor und können sich auf ein behagliches Zuhause mit angenehmem Raumklima freuen. Kompakte Wärmedämmung, damit die Kälte im Winter nicht nach innen dringt. Im Sommer sorgt die Isolation für eine angenehme Kühle. Dampfsperre, die als zusätzliche Barriere Feuchtigkeit daran hindert, in die Wärmedämmung einzudringen und dort Feuchtigkeitsschäden zu verursachen Dampfsperre und DampfbremseUm Dach und Dämmung vor Feuchtigkeit zu schützen, werden Folienwerkstoffe eingesetzt. Diese Schicht im Dachaufbau nennt man Dampfbremse oder Dampfsperre. Die Dampfbremse lässt einen Feuchtigkeitsaustausch in beide Richtungen zu. Die Dampfsperre hingegen, die bei Warmdächern häufig zum Einsatz kommt, hat eine stärkere Barrierewirkung und gibt nur nach aussen Feuchtigkeit ab.Sonderform UmkehrdachDas Umkehrdach ist eine Sonderform des Warmdachs und hat seinen Ursprung in Kanada. Dabei findet sich die Abdichtung – umgekehrt als beim klassischen Warmdach – unterhalb der Dämmstoffe und wird für gewöhnlich auf die tragende Dachkonstruktion verlegt. Abgedichtet wird dieser Dämmstoff dabei nicht, sondern lediglich mit Vlies abgedeckt und beschwert. Ein besonderer Vorteil dieser Sonderform ist dabei die Langlebigkeit, da hier die Abdichtung durch die Dämmstoffe geschützt wird und sich die Dachhaut nicht so stark zusammenziehen und ausdehnen kann. Dadurch entsteht ein zuverlässiger Schutz vor Kälte und Sonneneinstrahlung, aber auch mechanischen Schäden wird vorgebeugt.Vor- und Nachteile des WarmdachsEin Vorteil des Warmdachs gegenüber dem Kaltdach ist, dass Sie beim Bau oder der Sanierung Material sparen. Dank der breiten Wärmedämmschicht reduzieren Sie zusätzlich Energiekosten. Weiterhin können Sie beim Steildach im Bereich der Sparren auch verschiedene Dämmstoffe wie Dämmmatten, Dämmplatten sowie Dämmsäcke verwenden und so für eine optimale Dämmung und Belüftung sorgen. Weitere Vorteile des Warmdachs auf einen Blick: Kompakter und niedriger Konstruktionsaufbau Enorme Druckfestigkeit der Konstruktion, die begehbare Terrassenaufbauten, Kiesaufschüttungen und Dachbegrünungen ermöglicht Luft- und Feuchtigkeitsundurchlässigkeit für eine optimale Wärmedämmung Ein Nachteil des Warmdachs zeigt sich, falls es zu einer Beschädigung der Dachhaut kommt. Da die Dachhaut unmittelbar an die Wärmedämmung grenzt, wird die darunterliegende Dämmung in einem solchen Fall durchnässt. So kann Schimmel entstehen. Die verwendete Dampfsperre verhindert dabei das Abfliessen dieser Feuchtigkeit. Ein zweiter Nachteil ist der vergleichsweise hohe Wartungsaufwand des Warmdachs aufgrund der verschiedenen, übereinanderliegenden Dachschichten.